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Das Camp wird vom 2.6. bis 7.6. stattfinden. Hier bereiten wir die Webseite vor!
Gegen fossile Politik: neues Klimacamp im Wittelsbacher Park

Gegen fossile Politik: neues Klimacamp im Wittelsbacher Park

Vom 02.06.26 bis zum 07.06.26 laden Klimaaktivist*innen wieder zu einem Klimacamp im Wittelsbacher Park in Augsburg ein. Damit machen die Klimaaktivist*innen darauf aufmerksam, dass die aktuelle Politik sowohl auf kommunaler Ebene als auch auf Bundesebene die Klimaziele deutlich verfehlt. Um dem etwas entgegenzustellen wollen sie in Augsburg einen offenen Ort für Bildung und Vernetzung schaffen, um gesellschaftliches Engagement für Klimagerechtigkeit zu stärken und die Utopie von klimafreundlichem und soliarischen Leben erlebbar zu machen.

Klimacamp - ein Ort der Bildung und Vernetzung

“Die Mehrheit der Menschen wünscht sich mehr Klimaschutz. Weil die aktuelle Politik die Klimakrise ignoriert und soziale Ungleichheit verstärkt, ist es wichtig, dass Menschen dagegen aktiv werden. Im Klimacamp geben wir Menschen die Möglichkeit, sich über die Klimakrise zu informieren und sich zu vernetzen. Wir zeigen ihnen wie sie sich in der Gesellschaft aktiv für Klimaschutz einsetzen zu können.” erklärt Benigna Gruber.

Die aktuelle Politik der Bundesregierung - speziell die der Wirtschaftsministerin - wird von den Aktivist*innen stark kritisiert. Besondes die Abschaffung des Heizungsgesetzes und das “Netzpaket”, das die Förderung für erneuerbare Energien massiv einschränkt, sowie die Planung neuer Gaskraftwerke widersprechen den Klimazielen, erklären die Aktivist*innen [1]. Deshalb ist geplant, im Klimacamp Strategien zu entwickelt, wie diese Kritik an der Bundesregierung in die Öffentlichkeit getragen werden kann um den Druck auf die Regierung zu erhöhen.

“Der Austausch im Camp und die neuen Sichtweisen geben mir Motivation mich für Klimagerechtigkeit einzusetzen. Genau weil die Politik und die vielen Krisen so frustrierend sind, ist es jetzt wichtig, dass wir dem ganzen gemeinsam entgegenstehen. Denn gemeinsam können wir es schaffen und die Erderhitzung begrenzen. Jedes Zehntel Grad ist wichtig!” schildert Felix.

Fossile Rohstoffe als bewegendes Thema

Vor allem die drohende Erdgasbohrung in Reichling [2] und die Erweiterung der Erdölförderung im Landkreis [3] liegen im Fokus der Organisator*innen. Das Klimacamp möchte dazu beitragen den Widerstand gegen diese fossilen Projekte zu stärken und setzt stattdessen auf erneuerbare Energie aus Wind und Solar.

“Die fossile Lobby bestimmt weltweit die Politik und zerstört unsere Lebensgrundlage und auch in Bayern wird die Natur weiter für fossile Energien ausgebeutet. Deswegen setzen wir uns im Klimacamp dafür ein, dass fossile Konzerne weltweit und besonders hier bei uns keine neuen Bohrungen mehr durchführen dürfen. Stattdessen setzen wir uns für zukunftsfähige Energie wie Windkraft und Solarenergie ein.” so Benigna.

Kritik an Augsburger Kommunalpolitik

Auch der neue Oberbürgermeister und der neue Stadtrat werden ins Visier genommen. Denn auch in der Kommunalpolitik spielen fossile Rohstoffe eine Rolle. Z.B. wenn über die Energiewende beim Heizen [4] oder der Stromerzeugung diskutiert wird. Ein Themenschwerpunkt im Bereich der Kommunalpolitik ist die Verkehrswende, denn gerade hier haben Kommunen einen großen Handlunsspielraum und damit eine große Verantwortung. Doch die Augsburger Verkehrsplanung lässt, nach Meinung der Aktisti*innen, zu wünschen übrig [5].

“Der Radvertrag läuft dieses Jahr aus und wir werden nicht zulassen, dass die Stadt sich auf den hart erkämpften Maßnahmen ausruht. Uns ist klar, dass der Ausbau von Fahrradwegen deutlich ambitionierter weiter gehen muss.” macht Felix deutlich. “Die alte Stadtregierung hat immer das Auto in den Mittelpunkt ihrer Verkehrspolitik gestellt. Dadurch sind die Bewohner*innen jetzt gezwungen ihr Geld für teuren Sprit auszugeben. Die neue Stadtregierung muss dafür sorgen, dass die Bewohner*innen nicht mehr auf das Auto angewiesen sind und ihre Ziele sicher und bequem mit dem ÖPNV oder Fahrrad erreichen können.” ergänzt Benigna.

Anknüpfung an vergangene Klimacamps in Augsburg

Am 01.07.2020 hatte die Augsburger Klimabewegung das Klimacamp neben dem Rathaus unter dem Motto “wir campen bis ihr handelt” gestartet, und über mehr als vier Jahre dauerhaft mit mindestens 2 Personen besetzt. Im Sommer 2024 wurde das Klimacamp wegen der Baustelle an Perlachturm und Rathaus abgebaut [6], seitdem setzten sich die Aktivist*innen beispielsweise mit dem Klimacamp 2025 im Wittelsbacher Park [7] für klimagerechte Politik ein und schaffen mit Aktionen wie einem satirischen Autogottesdienst [8] oder einem Trauermarsch für das nicht eingehaltene Pariser Klimaabkommen [9] Aufmerksamkeit.

Bilder aus dem Klimacamp 2025 sind zur freien Verwendung hier zu finden: https://flic.kr/s/aHBqjCPGBR

Quellen

[1] https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/klimaschutz-bundesregierung-ziele-schneider-kritik-100.html
[2] https://www.augsburger-allgemeine.de/landsberg/mindestens-600-menschen-demonstrieren-gegen-gasbohrungen-in-reichling-108996247
[3] https://www.augsburger-allgemeine.de/schwabmuenchen/lasst-das-oel-im-boden-deshalb-wollen-umweltschuetzer-eine-neue-bohrung-bei-grossaitingen-verhindern-113231117
[4] https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/augsburg-waermeplan-buerger-sollen-besser-ueber-energieversorgung-informiert-werden-104051268
[5] https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/vier-jahre-radvertrag-in-augsburg-aktionsbuendnis-macht-druck-auf-die-stadt-110442647
[6] https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/augsburg-klimacamp-schliesst-nach-vier-jahren-102898366
[7] https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/in-augsburg-gibt-es-im-wittelsbacher-park-ein-voruebergehendes-klimacamp-109542943
[8] https://klimanetz-augsburg.org/posts/2025-08-25_autogottesdienst_update/
[9] https://klimanetz-augsburg.org/posts/2025-12-12_milliardaere_verbrennen_die_welt/ ; https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/demo-am-freitag-12-dezember-in-augsburgs-innenstadt-klimaaktivisten-zuenden-weltkugel-an-und-tragen-sarg-112978848